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Ende des Jahres schließt das Haus Linde seine Türen für immer

Gastwirt Franz-Josef Jacobi hört auf: „Es ist schon Wehmut dabei.“

Von Holger Richter

Aachen. Seit knapp 100 Jahre ist das Haus Linde im Familienbesitz. Und das wird es auch bleiben. Mit dem Restaurantbetrieb ist aber Ende des Jahres Schluss. Damit geht in Laurensberg, Richterich und darüber hinaus eine Ära zu Ende. Eine Ära, die zuletzt Franz-Josef Jacobi und sein Team 35 Jahre lang geprägt haben.

„Es ist schon Wehmut dabei“, gibt der Gastronom und Öcher Jong zu, aber die Entscheidung, das Gasthaus an der Roermonder Straße zu schließen, sei nun einmal gefallen. „Ich werde noch lernen müssen, wie das sein wird, so ohne viele Leute um mich herum“, sagt Franz-Josef Jacobi.

Gäste halten ihm die Treue

Viele Leute um ihn herum gibt es nämlich nach wie vor in dem gut-bürgerlichen Haus. Mit dem bekannten Kneipensterben habe sein Entschluss nichts zu tun. Seine Gäste – „hauptsächlich Stammpublikum“ – halten ihm immer noch die Treue. Vielmehr kommen bei dem 63-Jährigen mehrere Gründe zusammen. „Zum einen muss ich an meine Gesundheit denken“, sagt Franz-Josef Jacobi, dem vor acht Jahren eine neue Lunge transplantiert worden ist. Hinzu komme, dass seine beiden Kinder ihr Auskommen in anderen Berufen gefunden haben und das Restaurant nicht übernehmen wollen. „Außerdem sucht meine Nichte mit ihrer Familie eine neue Bleibe.“ Und die solle sie in den Restauranträumen finden. „Die Jacobis bleiben also vor Ort“, kündigt er an, „und die Familie rückt sogar noch enger zusammen.“

In fremde Hände wollen Franz-Josef Jacobi und sein Bruder Peter, dem das Gebäude gehört, den Betrieb nicht geben. „Wir haben hier in all den Jahren so ein gutes Auskommen mit den Nachbarn gehabt“, sagt Franz-Josef Jacobi. Nie habe es Probleme gegeben, selbst bei Sonderveranstaltungen wie dem legendären Oktoberfest zugunsten des Aachener-Klenkes-Komitees (AKK) oder dem Hausball an Karneval, wenn es ausnahmsweise mal länger dauerte und lauter zuging im Haus Linde. Und das wolle Jacobi, der mit seiner Frau Ruth selbst nebenan wohnt, nicht gefährden. Also werde die Gastwirtschaft im kommenden Jahr zu Wohnräumen umgebaut.

Doch bis dahin gebe es noch viel zu tun, sagt der Chef von zwei Festangestellten und einigen Teilzeitkräften. Für das Inventar suche er noch einen Käufer, die Sammlung von historischen Kaffeemühlen mit rund 100 Exemplaren, möchte er noch in gute Hände vermitteln. Und für seine „rechte Hand“, Kellnerin Doris Quadflieg, wolle er sich einsetzen, damit sie einen guten neuen Job findet.

„Viele Gäste haben Verständnis für unsere Entscheidung“, berichtet Franz-Josef Jacobi, „andere wollen es nicht wahrhaben, dass wir tatsächlich aufhören.“ Er werde seine Gäste auf jeden Fall vermissen. Ebenso wie sein Team, das ihn neben seiner Familie immer unterstützt habe – auch in den schweren Zeiten seiner Krankheit.

Franz-Josef Jacobi und sein Team wollen noch gebührend Abschied feiern. Nach Weihnachten, „zwischen den Jahren“, kündigt er an, solle es noch ein großes Fest für seine Gäste geben, bevor sich dann die Türen von Haus Linde endgültig schließen.

25.05.2018 / Aachener Nachrichten – Stadt / Seite 13 / Lokales Aachen

 


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